REFLECTIONS AND GHOSTS



Geister auf Gletschern
Da geht einer. Ist keine dreissig Jahre alt und fällt in eine Gletscherspalte. Gefunden wird er erst am nächsten Tag. Tot. Der Tote ist Martin Hodel. Künstler. Teil des Trios Hodel/Schumacher/Clavadetscher, das Anfang der 90er-Jahre von sich reden machte; mit Aktionen, die kaum sichtbar waren, umso mehr aber erzählbar blieben.

Martin Hodels 90er-Jahre sind Dada. Denn über allem schwebt König Ubus Pataphysik, dieser von Alfred Jarry geprägte Begriff zur Wissenschaft des Absurden. Daran knüpften Hodel/Schumacher/Clavadetscher an, darauf bezieht sich auch «Reflections and Ghosts».

Es ist die Mischung aus unbedingter Nähe, dokumentarischer Distanznahme und performativem Charakter, die den einzelnen Begegnungen in «Reflections and Ghosts» Dringlichkeit und Gewicht geben, mit einer Leichtigkeit, die den Zuschauer zuweilen mit einem Augenzwinkern zurücklässt. Das hätte Hodel gefallen.
www.reflections-and-ghosts.ch

ALLESANDERS



Jürg ist 35 und Bauer im Unterengadin. Das war aber nicht immer so. Noch bis vor zwei Jahren schrieb er; v.a. über Wirtschaft. Seinen Alltag in Lavin, einem 200-Seelendorf, bestimmen nun die Tiere, Wind und Wetter. Und nicht zuletzt umgibt ihn eine Sprache, die er sich erst aneignen muss.

"Es sei schon ganz anders, sein Leben im Tal“ meint er, der immer noch freiberuflich schreibt und auch das Urbane nicht ganz missen will. Der Film erzählt von Jürgs Alltag und dem Versuch sich auf dieses Andere einzulassen. Er erzählt aber auch von Heimat und Wurzeln, vom Enthusiasmus und von Visionen, vom Straucheln und wieder Aufstehen auf diesem Weg sein Leben immer wieder von neuem anders zu gestalten.